Selbstbestimmt wohnen – auch morgen noch · andersWOHNEN-2010 eG
Ein visuelles Konzept und eine Kostenrechnung – als persönlicher Vorschlag von Dirk Meßberger (Sohn der Bewohnerin Karin Sander)
andersWOHNEN-2010 eG
Nürnberg
Überwiegend 70–80+ Jahre
Wachsender Unterstützungsbedarf
Pilotstart: 4 Haushalte
Kleiner Anfang. Große Wirkung.
Genossenschaftsgedanke
Gemeinschaft braucht Struktur
01 · Bestandsaufnahme
Eine ehrliche Analyse der Lage in der andersWOHNEN-2010 eG – ohne Beschönigung, aber mit Respekt für das, was bereits geleistet wird.
02 · Gute Nachrichten für die Bewohner
Diese Konzeptidee ist ein Angebot – keine Forderung. Es geht darum, das Leben in der andersWOHNEN-2010 eG leichter und sicherer zu machen, nicht darum, jemandem etwas abzuverlangen.
03 · Ursprüngliche Idee & heutige Realität
Die Idee war richtig. Die Umsetzung zeigt: Guter Wille allein reicht nicht.
04 · Das Konzept
Nicht ein Pflegeheim im Haus. Sondern ein verlässliches Team – im Haus verankert, bekannte Gesichter, kurze Wege.
05 · Finanzmodell
Konkrete Personalkosten, drei Skalierungsszenarien und der Vergleich mit Pflegeheim-Eigenanteilen.
Das Modell startet bewusst mit einer einzigen Assistenzkraft. Die Fachpflege wird erst ab ausreichender Bewohnerzahl wirtschaftlich sinnvoll eingebunden.
| Modell | Personal | Brutto gesamt | AG-Vollkosten |
|---|---|---|---|
| A – Pilotstart4 Bewohner | 1 AlltagsassistenzEinkaufen, Begleitung, Betreuung | ca. 2.400 € | ca. 3.200 € |
| B – Ausbau10 Bewohner | 1 Pflegefachkraft + 1 AssistenzPflegegradberatung, med. Koordination | ca. 6.000 € | ca. 8.000 € |
| C – Vollausbau20 Bewohner | 2 Fachkräfte + 2 AssistenzVollversorgung – Schichtbetrieb möglich | ca. 12.000 € | ca. 16.000 € |
AG-Vollkosten = Bruttogehalt + ca. 21 % Arbeitgeber-Sozialabgaben + Urlaubs-/Ausfallrücklage. Richtwerte (Bayern 2024) – im Rechner anpassbar.
06 · Kostenrechner
Wählen Sie ein Modell oder geben Sie eigene Werte ein. Die Pflegekassenleistungen können zunächst auf 0 € bleiben und später ergänzt werden, sobald die individuellen Pflegegrade bekannt sind.
Was sind „AG-Vollkosten"?
Bruttogehalt + ca. 21 % Arbeitgeber-Sozialabgaben (Kranken-, Renten-, Pflege-, Arbeitslosenversicherung, Berufsgenossenschaft) + Anteil für Urlaubsvertretung & Lohnfortzahlung. Das ist der tatsächliche Aufwand für die Genossenschaft – nicht das Nettogehalt der Person.
Beispiel Assistenz: ca. 2.400 € brutto → ca. 3.200 € AG-Vollkosten.
Beispiel Fachkraft: ca. 3.600 € brutto → ca. 4.800 € AG-Vollkosten.
Bitte an den realen Tarif (TVöD, AVR, Haustarif) anpassen.
Tipp: Lassen Sie das Feld auf 0, solange die individuellen Pflegegrade noch nicht feststehen.
07 · Rückmeldung
Sie sind Vorstandsmitglied, Bewohner:in, Angehörige:r oder Unterstützer:in? Tragen Sie sich unverbindlich ein – Dirk Meßberger nimmt persönlich Kontakt mit Ihnen auf.
08 · Gesellschaftlicher Kontext
Was im Kleinen in der andersWOHNEN-2010 eG sichtbar wird, ist im Großen eine gesellschaftliche Krise. Wir müssen handeln – nicht irgendwann.
Deutschland altert in historisch beispiellosem Tempo. 2023 waren über 5 Millionen Menschen pflegebedürftig – 15 % mehr als fünf Jahre zuvor. Bis 2055 prognostiziert das Statistische Bundesamt über 7,6 Millionen. Der Bedarf wächst dramatisch. Die Strukturen wachsen nicht mit.
Ambulante Dienste arbeiten unter extremem Zeitdruck. Einsätze dauern oft nur 15–20 Minuten – zu kurz für echte Beziehung, zu kurz für Würde. Stationäre Pflegeheime kosten im Schnitt 3.200 € monatlichen Eigenanteil – weit über den meisten Renten.
Besonders dramatisch: Demenz betrifft heute 1,8 Millionen Menschen in Deutschland. Sie braucht Kontinuität, vertraute Gesichter, Zeit und Geduld. Genau das, was rotierende Pflegedienste strukturell nicht bieten können.
Die Folgen für Familien sind massiv. Angehörige – meist Frauen – reduzieren Arbeitszeiten, opfern die eigene Gesundheit, bis sie selbst zusammenbrechen. Das System reagiert erst in der Krise, statt Prävention zu ermöglichen.
Konzepte wie „Selbstbestimmt wohnen – auch morgen noch“ in der andersWOHNEN-2010 eG sind keine Nische mehr. Sie sind Teil der Antwort auf eine der größten sozialen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts.
Diese persönliche Konzeptidee möchte den Vorstand einladen, das ursprüngliche Genossenschaftsleitbild weiterzuentwickeln: nicht als Pflegeheim, sondern als Ort, an dem Menschen selbstbestimmt wohnen – auch morgen noch.